In memoriam…

Am 17. August ist unser Freund und Mitglied Dietmar überraschend verstorben.

Dietmar war seit vielen Jahren Mitglied der „Roten Karte“ und des VfB. Bei Heimspielen war er
immer der Erste im Stehplatz-Block und damit insgeheim unser Capo was die Auswahl unseres
Platzes für das jeweilige Spiel anging. Er war einer der Stilleren unter uns und durch seine
Zuverlässigkeit und Präsenz im Stadion und bei Treffen eine feste Größe in unserer Gruppe.

Was viele aus dem Block wahrscheinlich nicht wissen: Neben dem Fussball war ihm auch Literatur
und Musik sehr wichtig. Er spielte leidenschaftlich gern Gitarre und schrieb zahlreiche Gedichte.

Dietmar, du fehlst!

Und sobald wir wieder ins Stadion können, wird da ganz links in der Kurve eine Lücke in unseren Reihen sein, die sich niemals schliessen wird.

VfB Fantreff Krone braucht Eure Hilfe

Unter dem Motto #VfBTreffSupport hat der VfB Stuttgart eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Da gerade viele Kneipen unter der Schliessung wegen Covid 19 leiden und teilweise in ihrer Existenz bedroht sind, wird über die Spendenplattform GoFundMe Geld gesammelt um die Wirtinnen und Wirte zu unterstützen.

Wir rufen aus diesem Anlass dazu auf für den VfB-Treff „Krone“ in Birkach zu spenden:

https://www.gofundme.com/f/kronevfbtreffsupport

Die Macher*innen Anne und Micha schreiben dazu:

„Wir sind eine sehr kleine Fussballkneipe in Stuttgart Birkach und stolzer VfB-FanTreff. Bei uns kann man gemütlich mit Freunden und Nachbarn ein Bier trinken und alle VfB- Spiele und viele andere spannende Spiele anschauen. Jung oder alt, in der Gruppe oder allein, arm oder reich, bei uns gehören alle dazu. Auch unsere Freunde*innen aus dem Behindertenzentrum Birkach. Wir feiern gemeinsam und leiden gemeinsam!

Das alles ist zur Zeit nicht möglich. Wegen der Corona-Krise dürfen wir die KRONE nicht öffnen und wir befürchten, dass sich daran so schnell nicht ändern wird.

Das ist ein großes Problem für uns: Keine Einnahmen und trotzdem Fixkosten. Wir wissen nicht, wie lange wir das durchhalten können.

Eigentlich wollen wir kein Geld von Euch! Wir wollen wieder öffnen und mit euch zusammensitzen, schwätzen, Fussball gucken, feiern!

Bis wir jedoch wieder öffnen dürfen, sind wir dankbar, wenn Ihr uns unterstützt.
Jeder Euro hilft!
Vielen Dank an alle, die an uns denken, uns Mut zusprechen und uns uns auf so vielfältige Weise
unterstützen.

Alle gemeinsam werden wir die Krise meistern!
Und dann ist Party! Versprochen!“

Unterstützt die Aktion „Gemeinsam helfen“ vom Schwabensturm!

„Gemeinsam Helfen!“ – eine beispielhafte Aktion der VfB-Fanszene

Wir möchten hiermit aufmerksam machen auf die Aktion der Ultras vom Schwabensturm, der sich mittlerweile auch weitere Gruppen der Cannstatter Kurve angeschlossen haben.

Bei „Gemeinsam Helfen!“ handelt es sich um eine Einkaufshilfe für ältere Menschen und anderweitig vom Coronavirus Gefährdete oder Betroffene unabhängig davon, ob sie einen Bezug zum VfB haben oder nicht. Bisher sind die Stadtgebiete von Stuttgart und Ludwigsburg sowie die Landkreise Esslingen und Rems-Murr durch das Angebot abgedeckt.
Wir möchten dringend darum werben, diese solidarische Aktion im Bekannten- und Freundeskreis zu verbreiten!

Passt aufeinander auf, bleibt solidarisch & gesund!

Weitere Infos findet Ihr unter:

https://blog.schwabensturm02.net

Veranstaltungstipp 20.3.: Fußball, Politik, Kultur – Konzert und Vortrag – Der kleine Fanladen und Cordoba 78 – 40 Jahre selbstverwaltete Soziokultur in Ludwigsburg

Der kleine Fanladen brachte über ca. 20 Jahre im Demokratischen Zentrum (DemoZ) in Ludwigsburg immer wieder Menschen zusammen, die den Fußball und seine Kultur aus Fanperspektive betrachteten. Bei Veranstaltungen wurden Formen von Rassismus, Homophobie oder Kommerzialisierung beim und rund um den Fußball thematisiert. Eine Auseinandersetzung fand dabei auch oftmals künstlerisch statt.  Zum 40-jährigen Jubiläum des DemoZ wurde der kleine Fanladen nun reaktiviert und gestaltet im Jubiläumsjahr eine Veranstaltung selbst.

Die Mitglieder des kleinen Fanladen beschäftigen sich an diesem Abend mit der Zunahme einer Gleichförmigkeit im Fußball. Profi-Fußball als Produkt liefert die immer gleichen Bilder von perfekten Athleten, tollen Stimmungen und Emotionen. Vielleicht war das früher auch nicht besser. Spannend war der Fußball aber immer dann, wenn seine Protagonisten diesen Mustern nicht entsprachen. In kurzen unterhaltsamen Vorträgen wird eine kleine Auswahl  solcher Protagonisten vorgestellt, die dem Fußball eine eigene Note gaben: der Profi-Fußballer trotz Körperbehinderung, der Nationalspieler im NS-Staat welcher mit seiner Abscheu vor diesem kokettiert hat und sich von diesem nicht vereinnahmen lassen wollte und, und, und…

Zwischen den Beiträgen spielt die Band Cordoba 78 Songs über Fußball und erzählt in diesen die Geschichten u.a. von Spielern wie George Best, Eric Cantona, Otto Siffling, Uli Borowka oder wie sich der DFB von Diktaturen vereinnahmen ließ. Lasst Euch überraschen, kommt alle und genießt mit dem kleinen Fanladen einen spannenden, aufschlussreichen und humorvollen Abend.

Wann: 20.3.2020 ab 20 Uhr

Wo: Demokratisches Zentrum, Wilhelmstrasse 45/1 in Ludwigsburg

Veranstaltungstipp: Podiumsdiskussion “Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht!”

Podiumsdiskussion: “Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht!”

Wie ist es derzeit um die Schiedsrichter im Profi- und Amateurbereich bestellt? Wir laden ein zu einer hochkarätig besetzten Expertenrunde. Mit dabei sind Ex-FIFA-Referee Urs Meier, Alex Feuerherdt vom Schiedsrichter-Podcast “Collinas Erben” sowie Marc List, aktiver wfv-Schiedsrichter. Die Moderation übernimmt Autor Bernd Sautter.

Eintritt frei, um Spenden an Dennis wird gebeten!

Mehr zur Veranstaltung

Do., 23. Januar 2020
Beginn: 19:30 Uhr

VfB-Fanprojekt
Hauptstätter Str. 41
70173 Stuttgart

#nopolgbw: 14.12.2019 Kundgebung vor Grünen-Büro in Stuttgart!

Schon seit 2017 hat Baden-Württemberg eines der härtesten Polizeigesetze der Bundesrepublik. Geht es nach dem Wunsch der Landes-CDU, dann werden die Befugnisse noch wesentlich ausgeweitet. Anlasslose Durchsuchungen bei Großveranstaltungen, die präventive Online-Durchsuchung und der Einsatz von Bodycams in Wohnungen stehen als Maßnahmen auf dem Wunschzettel der sicherheitspolitischen Hardliner. Auch die Ausweitung der sogenannten “Schleierfahndung” und die präventive DNA-Untersuchung
ohne Richtervorbehalt sollen nach Vorstellung des CDU-Innenministers Strobl kommen.
Seit Kurzem signalisieren jetzt auch die Grünen im Ländle ihre Zustimmung zum weiteren Abbau der Freiheitsrechte. Eine Einigung steht unmittelbar bevor. Bereits in der Sitzung des Koalitionsausschusses am 12. Dezember 2019 sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden, eine Woche später soll dann die Zustimmung des Landeskabinetts eingeholt werden. Die Verabschiedung im Landtag Anfang 2020 ist durch die grün-schwarze Mehrheit dann nur noch Formsache.
Entgrenzte Rechte für die Polizei bedeuten nicht mehr Sicherheit. Im Gegenteil. Schon jetzt gehen die Behörden oft tendenziös und fahrlässig mit ihren Befugnissen um. Soziale Bewegungen, MigrantInnen und Sportfans geraten ins Fadenkreuz des zunehmenden Sicherheitswahns. Die Entwicklung hin zum Überwachungsstaat vollzieht sich immer rasanter.
Die Landes-Grünen machen sich mit ihrer geplanten Zustimmung zum Gesetzesentwurf zu offensiven Befürwortern einer Law-and-Order-Politik. Das Etikett “Bürgerrechtspartei” scheint damit ein für alle mal vom Tisch.
Umso notwendiger ist der breite Widerstand gegen das im Hinterzimmer ausgehandelte Gesetzesvorhaben, das in der Vorweihnachtszeit abseits der Öffentlichkeit durchgewunken werden soll. Kommt mit uns vor die Landesgeschäftsstelle der Grünen. Lasst uns gemeinsam jeglichem sicherheitspolitischen Wahn eine deutliche Absage erteilen und reagieren, bevor der weitere Abbau von Freiheitsrechten beschlossene Sache ist.

Kundgebung am Rotebühlplatz (Ausgang Marienstraße)
Samstag, 14.12.2019 | 14 Uhr

Weitere Infos: https://nopolgbw.org/?p=1005

Die VVN-BdA muss gemeinnützig bleiben!

Am 22. November 2019 wurde bekannt, dass das Berliner Finanzamt der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) die Gemeinnützigkeit auf Bundesebene aberkannt hat. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe, die damit verbunden sind, sieht sich die Organisation nunmehr in ihrer Existenz bedroht. Das ist ein weiterer massiver Angriff auf linke Vereinsstrukturen, bei dem sich die Finanzbehörde eine politische Bewertung anmaßt und somit als verlängerter Arm der Repressionsorgane in Erscheinung tritt.

 

Der Beschluss des Finanzamts für Körperschaften I in Berlin, der bereits am 4. November gefasst wurde, beruht auf den Umtrieben des bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz, das die VVN-BdA seit Jahren als „linksextremistisch beeinflusst“ bezeichnet und unter der Überschrift „Extremistische Organisationen“ listet. Die Bewertung durch den mehr als fragwürdigen Inlandsgeheimdienst wird dabei durchaus unterschiedlich aufgenommen: so ließ das Finanzamt Oberhausen-Süd vor wenigen Wochen die Nennung im bayerischen VS-Bericht nicht als Grundlage für die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen gelten, sondern erkannte der Landesvereinigung den Status wieder zu. Der Entzug der Gemeinnützigkeit ist dabei keineswegs ein bloße sprachliche Einstufung, sondern greift die finanziellen Grundlagen des Verband der NS-Verfolgten an: neben dem zu erwartenden Spendenrückgang muss die VVN-BdA rückwirkend für die vergangenen Jahre hohe Steuernachzahlungen leisten. Zudem werden Bündnispartner*innen abgeschreckt, die bei einer Zusammenarbeit mit der antifaschistischen Vereinigung ebenfalls den Entzug der Gemeinnützigkeit oder die Streichung staatlicher Fördermittel befürchten müssen.

Beim aktuellen Schritt des Finanzamts handelt es sich nicht um den ersten Angriff der Repressionsorgane gegen die seit 1947 existierende Organisation, die von Überlebenden aus verschiedenen Verfolgtengruppen gegründet wurde. Während des Kalten Kriegs war sie umfangreichen Repressalien ausgesetzt – von der Schließung des Bundesbüros 1951 bis hin zu einem Verbotsverfahren ab 1959, das 1962 daran scheiterte, dass die Nazivergangenheit der maßgeblich damit betrauten Juristen aufgedeckt wurde. Berufsverbote gegen zahllose Mitglieder folgten in den 1970er Jahren, und bis heute bemühen sich die Repressionsbehörden, die Aktivitäten der VVN-BdA zu kriminalisieren und zu diffamieren.

„Es ist ein Skandal, dass die Einstufung durch einen Geheimdienst, der in den letzten Jahren hauptsächlich durch seine Verwicklung in Nazi-Terrornetzwerke wie den NSU oder die fragwürdige Rolle seiner V-Leute bei islamistischen Anschlägen für Schlagzeilen gesorgt hat, nun als Grundlage für den systematischen Ruin einer antifaschistischen Organisation dienen soll“, erklärte Anja Sommerfeld vom Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V. „Ausgerechnet in Zeiten einer erstarkenden Rechten, in denen rassistische und antisemitische Übergriffe wieder Alltag werden, soll das aktive Engagement gegen Faschismus, Rassismus und Krieg nicht gemeinnützig sein? Wir stehen solidarisch an der Seite der VVN-BdA und fordern vom Finanzamt Berlin, diese politische Einmischung umgehend zurückzunehmen und der Organisation die Steuervergünstigungen wieder zuzuerkennen.“

Quelle: www.rote-hilfe.de

Hier könnt Ihr eine Petition unter dem Motto „Die VVN-BdA muss gemeinnützig bleiben!“ unterzeichnen:

https://www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben

Nein zum neuen Polizeigesetz!

Ob Stadion, Streik oder Straße….
Es kann alle treffen!
Nein zum neuen Polizeigesetz!

Die Verschärfung der Verschärfung. Sie kommt: Bundesweit werden die Befugnisse von Polizei und Repressionsbehörden in den letzten Jahren ausgebaut. Auch in Baden-Württemberg. Nachdem die grün-schwarze Landesregierung bereits 2017 unter dem Motto „an die Grenze des verfassungsmässig Machbaren“ das Polizeigesetz verschärfte, will CDU-Innenminister Strobl noch eins draufsetzen.

Beflügelt von den neuen Gesetzen anderer Bundesländer sind Maßnahmen geplant, die Möglichkeiten zu nahezu grenzenloser Überwachung Einzelner, sowie zur Kriminalisierung missliebiger Demonstrationen und Kundgebungen schaffen. Hinzu kommt, als Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Repression, ein unendlich verlängerbarer Gewahrsam ohne konkreten Vorwurf, geschweige denn ein rechtskräftiges Urteil.

Was für viele Menschen auf den ersten Blick abstrakt und weit von der eigenen Realität entfernt scheint, ist für andere schon jetzt eine unmittelbare Gefahr. Zielgruppe der neuen Gesetze sind bundesweit zum Beispiel Fußballfans, die die Kommerztempel der Republik mit Leben und Kreativität füllen, Migrant*innen oder eben Linke und soziale Bewegungen, die ihre Kritik am Gesellschaftssystem auf die Straße tragen. Doch es kann alle treffen!

Was heute an Fanszenen und Linken ausprobiert wird, trifft morgen Menschen, die Geflüchteten helfen und Abschiebungen verhindern. Heute sind antifaschistische Bündnisse von Polizeigewalt und Drohnenüberwachung betroffen, morgen trifft es die Gewerkschaft beim Streik oder Schüler*innen, die mit Schule schwänzen auf die drohende Klimakatastrophe reagieren.

In einer Gesellschaft, in der die Spanne zwischen Arm und Reich immer größer wird, sind die Polizeigesetze die präventive Antwort auf kommende soziale Spannungen. Der Staat rüstet auf, um im Zweifelsfall reagieren zu können. Was dann verteidigt werden soll, ist klar: die bestehenden Profitinteressen der Wenigen, die Ausbeutung der Mehrheit durch die Minderheit. Kurz: der Kapitalismus.

Gerade deswegen ist der Widerstand gegen das neue Polizeigesetz schon jetzt immens wichtig. Auf der Straße, im Stadion, bei Streiks setzen wir den repressiven Vorstellungen des Staates unsere Solidarität und unseren Zusammenhalt entgegen.

Kommt zur NoPolGBW-Demo, gemeinsam das Polizeigesetz verhindern:
12. Oktober 2019, 15:30 Uhr Marktplatz, Cannstatt

 

Quelle:

http://rotehilfestuttgart.blogsport.eu/2019/09/19/nein-zum-neuen-polizeigesetz/

Gegen Nazis und Repression – Solidarität mit den Verdener Sechs!

Bremen, Verdener Straße, 19. April 2015. Werder Bremen führt im nahegelegenen Weserstadion gegen den Hamburger SV mit 1:0. Wenige Minuten vor Abpfiff machen sich ca. 15 antifaschistische Werder-Ultras auf den Weg zum Weserstadion. Sie hatten das Spiel aufgrund von Stadionverboten, die sich später größtenteils als unberechtigt erweisen sollten, in einer Kneipe schauen müssen. Auf dem kurzen Fußmarsch zum Stadion kommen sie an einer anderen Gaststätte vorbei, dem Verdener Eck. Im und am Verdener Eck befinden sich an jenem Tag zahlreiche Nazis aus der Hooligan-Szene, darunter bundesweit bekannte Gestalten wie Hannes Ostendorf (Sänger „Kategorie C“) und Marcel Kuschela (HoGeSa). In der Werder-Fankurve können sich die Nazis längst nicht mehr blicken lassen. Dank Werders Ultra-Gruppen, die mit dem Rückhalt der übrigen Fanszene die rechten Hooligans aus dem Stadion vertrieben haben.

An diesem Tag sind die ca. 15 Ultras am Verdener Eck aber klar in der Unterzahl und versuchen, rasch an den Nazihools vorbeizukommen. Dennoch werden sie nach einer kurzen Pöbelei angegriffen. Zum eigenen Schutz begeben sie sich zum nur rund 200 Meter entfernten Weserstadion. Dort werden sie von der Polizei empfangen und eingekesselt. Die übrigen Ultras strömen derweil aus der Ostkurve vor das Stadion, um ihren Freund*innen beizustehen. Sie sammeln sich an der Kreuzung zur Verdener Straße und warten darauf, dass die Polizei den Kessel auflöst. Kaum ist dies geschehen, treibt die Polizei zig Ultras in einer brutal mit Schlagstock und Pfefferspray durchgesetzten „Sprinträumung“ von der Kreuzung in die Verdener Straße hinein. Geradezu in die Arme der Nazi-Hooligans, die teilweise immer noch im und am Verdener Eck warten. Es kommt, wie es kommen musste.

Im Zuge der Auseinandersetzung greift sich ein Hooligan eine leere Bierkiste und streckt damit einen Ultra nieder. Ein Anwohner filmt, wie dieser Hooligan daraufhin von Freunden des niedergestreckten Ultras gestellt wird. Diese Aufnahme wird den Beteiligten schließlich zum Verhängnis. Einer von ihnen, Valentin, wird ein Jahr später nach langer Untersuchungshaft zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Alles zu diesem Prozess und zu der fast beispiellosen Solidaritätswelle für Valentin könnt ihr auf der damals eingerichteten Soli-Internetseite nachlesen. Der letzte Eintrag dort vom 28. Juni 2016 endet mit den Worten:

Unsere Arbeit ist noch lange nicht vorbei! Es werden weiterhin immense Kosten aus dem jetzigen Verfahren auf uns zu kommen, aber auch die kommenden Verfahren werden einiges an Kohle beanspruchen!

Genau an diesem Punkt befinden wir uns jetzt. Denn mittlerweile sind auch die Strafverfahren der sechs anderen Ultras abgeschlossen, die nach Ansicht der Bremer Justiz an der Auseinandersetzung mit dem Bierkisten-Hooligan beteiligt waren. Lange Zeit stand ihre berufliche und finanzielle Existenz auf dem Spiel, denn Polizei und Staatsanwaltschaft hatten den Vorfall nach haarsträubend einseitigen Ermittlungen zu einem Schwerverbrechen hochstilisiert. Nur weil es der Verteidigung gelang, selber wichtige Beweismittel wie eine Videoaufnahme des Schlags mit der Bierkiste in das Verfahren einzubringen, konnte dem Gericht letztlich ein halbwegs realistisches Bild vom tatsächlichen Geschehen vermittelt werden. So wurde am Ende nur einer der sechs wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verurteilt und muss eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen á 30 Euro berappen. Die Verfahren gegen die anderen fünf wurden jeweils gegen Geldauflagen von bis zu 5.000 Euro gemäß § 153a StPO eingestellt. Zu diesen Strafgeldern hinzu kommen natürlich noch Anwalts- und Gerichtskosten in beträchtlicher Höhe. Nach einigen Soli-Partys und einer T-Shirt-Aktion ist somit aktuell noch ein Betrag von rund 17.500 Euro offen.

Auf diesen Kosten sollen die Verdener Sechs nicht sitzen bleiben. Denn die Auseinandersetzung, aufgrund derer sie verurteilt wurden, gehört letztlich zu einem politischen Konflikt mit Nazi-Schlägertypen, den auszutragen eine Notwendigkeit war und bleibt. Davon profitieren wir alle, die wir in den Fankurven und anderswo Orte vorfinden wollen, an denen ein respektvoller und solidarischer Umgang untereinander herrscht und wo es egal ist, welche geschlechtliche oder sexuelle Identität man hat, wo man herkommt, welche Hautfarbe und welchen Schulabschluss oder wie viel Kohle man hat. Darum zeigt euch solidarisch mit den sechs antifaschistischen Bremer Ultras und helft mit eurer Spende, sie von den hohen Kosten zu entlasten. Solidarität ist unsere Stärke!

Nutzt dazu einfach das folgende Spendenkonto:

Kontoinhaber: Grün-Weiße Hilfe e. V.
IBAN: DE19430609672039046400
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Verdener Sechs

12.10. Demo gegen neues Polizeigesetz in Cannstatt

Stuttgart

12. Oktober: Demonstration
15:30 Uhr | Cannstatt


Aufruf :

Am Wochenende des 12./13.10.2019 finden landesweit Aktionstage gegen den schrittweisen Abbau demokratischer Grund- und Freiheitsrechte statt.
Hintergrund ist die Absicht der Landesregierung, eine weitere
Verschärfung des Polizeigesetzes vorzunehmen. Um unsere Ablehnung dieses Vorhabens zu verdeutlichen, wird es am
12.10.2019 in Stuttgart eine Demonstration im Rahmen dieser Aktionstage geben. Im Zentrum der Kritik sollen immer weitreichendere präventive Befugnisse der Polizei und die gleichzeitig erfolgende konsequente Aufrüstung seitens dieser stehen. Beide Maßnahmen erzeugen willkürlich und undifferenziert eine Einschüchterungskulisse, die einem freien und selbstbestimmten Leben entgegensteht. Besondere Aufmerksamkeit wollen wir dabei auf das polizeiliche Experimentierfeld Fußballeinsätze legen.

 

Freiheitsrechte verteidigen! Gemeinsam gegen neue Polizeigesetze!

 

 

Am 13. Juli demonstrierten über 1000 Menschen in Stuttgart gegen die geplante Verschärfung vom Polizeigesetz in Baden-Württemberg. 50 Organisationen, Initiativen und Parteien aus einem breiten Spektrum unterstützen den Aufruf gegen die Pläne der CDU im Innenministerium für eine Neuauflage des Gesetzes. Während aktuell noch im “Hinterzimmer-Modus” verhandelt wird, kommt es voraussichtlich im Herbst zu einer Konkretisierung des Gesetzesvorhabens.

Wir lassen nicht locker. Als landesweiter Zusammenschluss wollen wir im Herbst noch mal Druck machen. In verschiedenen Städten werden dezentral Demonstrationen und Aktionen organisiert. Wir fordern von der Landesregierung und dem Landtag die Pläne für eine erneute Verschärfung endgültig einzustampfen und das 2017 beschlossene Gesetz rückgängig zu machen.

Wir wollen keinen Überwachungs- und Polizeistaat. Wir widersprechen dem schrittweisen Abbau demokratischer Grund- und Freiheitsrechte. Beteiligt euch an dem Aktionstag.

Wir fordern:

Rücknahme der Verschärfungen von 2017!
Nein zur Ausweitung der Schleierfahndung!
Nein zu Vorkontrollen bei Demonstrationen!
Nein zu Body-Cams in Privatwohnungen!
Nein zu (präventiven) DNA-Untersuchungen!
Nein zur Online-Durchsuchung!
Nein zur Unendlichkeitshaft!
Keine weitere Verschärfung der Polizei- und Verfassungsschutzgesetze!
Kennzeichnungspflicht für die Polizei!
Schaffung von unabhängigen Ermittlungsstellen zu polizeilichem Fehlverhalten!