Der OFC Rote Karte unterstützt den Aufruf des Bündnis „Fairness united“ zum Boycott der FIFA WM der Männer. Mehr Infos findet ihr unter: https://www.fairness-united.org/usa-2026
Und hier kommt die Stellungnahme zur WM:
„Die WM 2026 ist für Fußball-Fans kein Grund zur Freude und zum Feiern.
Zum dritten Mal hintereinander findet das größte internationale Fußballturnier in
einem Land mit höchst problematischen politischen Verhältnissen statt.
Hauptschauplatz sind die USA, wo seit Donald Trumps Amtsantritt fast täglich die
Justiz gemaßregelt, die Meinungsfreiheit bedroht, internationales Völkerrecht
missachtet und Migrant:innen terrorisiert werden. Der Wille zur Faschisierung der
US-amerikanischen Gesellschaft ist eindeutig.
Die Fußballweltmeisterschaft – ein Fest für Fans aus aller Welt? Nicht in den USA.
Fans aus 39 Ländern sind nicht erwünscht, darunter auch solche von qualifizierten
WM-Teilnehmern. Ihnen ist die Einreise verboten, alle anderen Fans werden bei der
Ankunft bespitzelt und müssen jederzeit mit Festnahme und Abschiebung rechnen,
Das betrifft vor allem diejenigen, die zur Queer-Community zählen oder die sich
Trump-kritisch geäußert haben. Sogar der ehemalige FIFA-Kommissionspräsident
Mark Pieth hat den Fans geraten: „Bleibt weg von den USA!“
In dieser Situation halten wir es für unverantwortlich, dass die WM in den USA
stattfindet. Wir können uns nicht am Fußball in den Stadien begeistern, wenn
manche prinzipiell nicht dabei sein dürfen und vor den Stadien Jagd auf vermeintlich
illegal im Land lebende Menschen gemacht wird.
Würden politischer Anstand und sportliche Fairness gelten, müsste die FIFA den
USA die Austragung der WM 2026 entziehen und die Gastgeber auf Kanada und
Mexiko beschränken. Da dies vom Autokraten-Freund Gianni Infantino nicht zu
erwarten ist, muss die UEFA für ihre Teilnehmerländer eine Absage erteilen.
Insbesondere der DFB ist gefragt, sich für eine solche Absage einzusetzen und die
deutsche Nationalmannschaft aus dem Turnier zurückzuziehen. Allerdings hält es
DFB-Präsident Neuendorf für „völlig verfehlt“, über einen WM-Verzicht auch nur zu
diskutieren, und verschanzt sich hinter dem armseligen Argument, die mörderische
Politik der Trump-Regierung und ihrer ICE-Schergen sei „sehr schwer zu bewerten“.
Wenn die Institutionen des Fußballs wieder einmal versagen, sind wir Fans gefragt,
uns für Fairness, Menschenrechte und Solidarität einzusetzen. Daher pfeifen wir auf
das Spektakel, zu dem uns Trump und Infantino einladen. Wie schon bei der WM
2022 in Katar werden wir dem Turnier fernbleiben, sowohl als direkte
Zuschauer:innen als auch vor dem Fernseher. Wir werden es als sportliches Event
boykottieren, aber nicht schweigen. Wir werden die WM nutzen, um die Zustände in
den USA sowie die Doppelmoral von FIFA/DFB zu kritisieren.
#Boycott USA2026 – Love Football – Hate Fascism“